Gesundheitserziehung
Grundlagen
Laut der Kinderrechtskonvention der UNO gehört das Recht auf Bildung und Gesundheit zu den Grundrechten aller Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation WHO versteht darunter das Recht auf körperliches, seelisches und soziales Wohlsein. Das Schulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen legt im § 2 Abs 5 fest, dass die Anleitung der Schüler und Schülerinnen zu einer gesunden Lebensweise zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule gehört.
Ziele und Grundannahmen
Aus den unter Punkt 1 aufgeführten rechtlichen Rahmenbedingungen ergibt sich, dass die Gesundheitserziehung ein gemeinsamer Auftrag von Eltern und Schule ist. Im Kindesalter bilden sich bereits wesentliche und gesundheitsrelevante Verhaltensweisen heraus.
Daher ist es eine vorrangige Aufgabe der Grundschule, das Bewusstsein für den eigenen Körper und die eigene Gesundheit zu entwickeln und zu stärken. Nur starke Kinder können Versuchungen widerstehen. Kinder werden heute einem erhöhten Medienkonsum ausgesetzt. Das führt bei vielen Kindern zur Reizüberflutung und Bewegungsarmut. Als gesundheitsbewusste Schule wollen wir diesem Problem entgegenwirken.
Die Gesundheitserziehung soll die Kinder dazu befähigen eine gesunde Lebensweise anzunehmen und in der Zukunft eigenverantwortlich für ihr körperliches, seelisches und soziales Wohlergehen handeln zu können.
In der St.-Jakobus-SchuleElspe wird die Gesundheitserziehung der Schüler und Schülerinnen und die Gesundheit der Lehrkräfte in den unter Punkt 3 aufgeführten Handlungsbereichen angestrebt. Dabei gelten folgende Grundannahmen:
- Die Gesundheitsförderung ist die gemeinsame Aufgabe aller am Schulleben beteiligten Personen. Sie soll sich positiv auf das Arbeiten und Leben der Kinder und der Erwachsenen in der Schule auswirken.
- Die schulischen Rahmenbedingungen müssen so eingerichtet werden, dass sie zur Gesunderhaltung beitragen.
- Gesundheitliche Bildung und Erziehung findet in allen Unterrichtsfächern (auch fächerübergreifend und fächer-verbindend) statt.
- Um Fehlentwicklungen zu vermeiden, muss immer wieder Präventionsarbeit geleistet werden.
- Für die Nachhaltigkeit der Gesundheitserziehung muss durch fortlaufende Evaluation des Gesundheitskonzeptes und weiterführende Fortbildungen gesorgt werden.
Handlungsbereiche
Bewegung
- Bewegungspausen/ Bewegtes Lernen im Unterricht (Laufdiktate, Ecken-Rechnen, Silben-Klatschen, Stations-arbeit, Werkstattunterricht, Freiarbeit, Bewegungslieder, Tanz- und Fingerspiele, etc.)
- Wahrnehmungsspiele
- Pausengestaltung
- Kleinspielfeld
- Rutsche
- Schaukeln
- Wippe
- Reckstangen
- Spielburg mit Wackelbrücke
- Sandgrube
- Torwand
- Kletter- und Rutschhügel
- Spielgeräte (Bälle, Reifen, Seile, Balancier-Dosen)
- Sport- und Schwimmunterricht
- Körper wahrnehmen, Spielräume nutzen
- Bewegen an Geräten und im Wasser
- Spielen in und mit Regelstrukturen
- Gleiten, Fahren, Rollen, Laufen, Springen, Werfen
- Teilnahme an internen Spiel- und Sportwettkämpfen
- Teilnahme an Wettbewerben (z.B. Fußballturniere)
- Wandertage und Klassenfahrten
- Aufsuchen außerschulischer Lernorte (z.B. Unterrichtsgang, Gellestatt, Bäckerei)
Ernährung
- Gesunde Ernährung als Thema im Sachunterricht in jeder Klasse
- Gemeinsames gesundes Frühstück (z.B. vor Ferienbeginn)
- Schulgarten (jeweils Projekt des 3. Schuljahres)
- Milchbestellung in allen Jahrgängen
- Tägliche gemeinsame Frühstückspause mit der Lehrperson
- Schulinternes Backen in der Weihnachtszeit
Körper
- Kenntnisse über den Körper
- Mein Körper als Thema des Sachunterrichts in jeder Klasse
- Sexualkunde in jedem Schuljahr
- Hygieneregeln
- Zahnkontrollen durch die Schulzahnärztin
- Teilnahme am Projekt Zahngesundheit
- Notwendige Maßnahmen bei Läusebefall
Körperhaltung
- Größengerechte Auswahl der Sitz- und Schreibmöbel
- Ranzen-TÜV
- Stehsammler im Klassenraum zur Aufbewahrung von Schul-büchern
Körperwahrnehmung
- Sport-, Schwimm- und Musikunterricht fördern Bewegungs-sicherheit und Zusammenspiel der Sinne sowie die Förderung der eigenen Wahrnehmung
Seele / Soziale Gemeinschaft
- Klassenrat (Klassenversammlungen)
- Schul- und Pausenordnung
- Gemeinsame Schulregeln
- Schulprojekte
- In allen Fächern und bei verschiedensten Aktivitäten (Klassenfahrt, Schulfest, Wanderung, Sportfest, Gottesdienst, gemeinsames Frühstück) Vermittlung von Aspekten des friedvollen Zusammenlebens und Stärkung des Wir-Gefühls (Klassengemeinschaft, Schulgemeinschaft)
Sexualität
- Sexualkundeunterricht in allen Jahrgängen
- Information der Eltern über die eingesetzten Medien und vermittelten Inhalte
-
die Kinder
-
lernen ihren Körper kennen
-
bezeichnen ihre Körperteile
-
beschreiben unterschiedliche Verhaltensweisen von Mädchen und Jungen
-
benennen positive und negative Gefühle
-
stellen die Entwicklung vom Säugling zum Erwachsenen dar
-
beschreiben typische Rollenerwartungen
-
lernen die Bezeichnung der Geschlechtsorgane kennen und wissen um deren Bedeutung für die sexuelle Entwicklung
-
bekommen Verhaltensempfehlungen für Risikosituationen (Rollenspiel)
-
Sicherheit
- Notfallpläne für den Amok-Fall
- Feueralarmübungen
- Jährliche Sicherheitsbegehung mit den Sicherheitsbeauftragten der Schule
- Verschlossene Schultüren
- Getrennte große Pausen der Jahrgänge 1/2 und 3/4
- Notfall-Telefon-Listen mit Handynummern und Dienst-telefonen der Erziehungsberechtigten
- Verkehrserziehung in allen Schuljahren unter Einbeziehung der Polizei
- Radfahrtraining
- Verhaltensempfehlungen für Risikosituationen
St.-Jakobus-Schule Elspe
Grundschule der Stadt Lennestadt