Fördern und Fordern

Die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler ist die zentrale Leitidee des Schulgesetzes. Jedes Kind soll unabhängig von seiner Herkunft seine Chancen und Begabungen optimal nutzen und entfalten können.

 

Unser Ziel ist es,

 

  • jedes Kind mit seinen Potenzialen und seiner individuellen Lernentwicklung in den Blick zu nehmen und darauf aufbauend die Lernkompetenz zu erweitern.
  • Lernschwierigkeiten und Entwicklungsverzögerungen rechtzeitig zu erkennen und Lernversagen zu verhindern.

 

Um diese Ziele zu erreichen, setzten wir uns im Schuljahr 2006/2007 intensiv mit diesem Thema auseinander und entwickelten folgendes Förderkonzept, das kontinuierlich weiter entwickelt und zuletzt im Schuljahr 2010/2011 aktualisiert wurde.

 

Individuelle Förderung setzen wir konkret um,

 

  •  durch eine differenzierte Unterirchtsgestaltung, die den Kindern eigenständiges Arbeiten ermöglicht.
  • durch Fördermaßnahmen in jahrgangsbezogenen Klassen bzw. jahrgangsübergreifenden Fördergruppen
  •  durch regelmäßige Lernentwicklungsgespräche mit den Eltern (vor allem bei Kindern mit Begabungen und bei Kindern mit Lernschwierigkeiten)
  •  durch Sprachförderung der Kinder mit Migrationshintergrund in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Caritas

 

Wir ermitteln den individuellen Förderbedarf durch Beobachtungen und geeignete Diagnoseverfahren und dokumentieren diesen in Lernbegleitbögen, die gleichzeitig Angaben über mögliche Förderangebote enthalten.

 

So lassen sich leicht für eine Gruppe von Kindern Förderpläne erstellen.

 

Dies gilt insbesondere für

 

  •         Kinder mit überdurchschnittlichen Begabungen 
  •         lernschwache Kinder
  •         Kinder mit Lese-Rechtschreibproblemen
  •         wahrnehmungsgestörte Kinder
  •         motorisch gestörte Kinder 
  •         emotional gestörte Kinder
  •         sozial vernachlässigte Kinder
  •         Kinder mit besonderen Schwächen in der Mathematik  

 

Diagnostik und Förderung im Rahmen des Schulaufnahmeverfahrens (vgl. auch Konzept Schuleingangsphase)

 

Um die Lernausgangslage der Kinder rechtzeitig diagnostizieren zu können, führen wir an unserer Schule zwei wesentliche Maßnahmen durch, die der frühzeitigen Erkennung von Stärken und Schwächen einzelner Kinder dienen.

 

  1. Schulspiel „Spaß im Zirkus Tamptini
  2. Starterklasse

 

Schulspiel

 

Im Anschluss an die Schulanmeldung im November findet ein Schulspiel „Spaß im Zirkus Tamtini“ statt.

Gruppen mit 6 oder 7 Kinder werden in gemeinsamer Verantwortung einer Lehrerin und einer Erzieherin durch das Schulspiel geführt.

Aufgaben, die während des Schulspiels von den Kindern erwartet und überprüft werden:

 

  •          Zuhören
  •          Gespräch zur Geschichte
  •         Gemeinsames Singen
  •          Erkennen eines Klatschrhythmus
  •          Kontrolle der Feinmotorik, Farben, Namen schreiben
  •          Mengen erfassen
  •          Ziffernkenntnis
  •          Lagebeziehungen
  •          Grobmotorik

 

Anhand der Beobachtungen werden schon frühzeitig Defizite eines Kindes festgestellt und gegebenenfalls Hinweise an die Kindergärten gegeben. Auf jeden Fall wird mit den betreffenden Eltern ein Gespräch über den Entwicklungsstand und Fördermöglichkeiten des Kindes geführt.

 

Starterklasse

 

Mit Beginn des 2. Schulhalbjahres 2011 haben wir eine Starterklasse eingerichtet. Alle Lernanfänger dürfen einmal in der Woche für eine Unterrichtsstunde lang im 2. Halbjahr des Schuljahres vor der Einschulung schon „Schüler“ sein.

Dieses ermöglicht uns, die Lernanfänger in vielfältigen Unterrichtssituationen besser kennen zu lernen und sie systematisch zu beobachten. Die Ermittlung der Lernausgangslage vor allem im Hinblick auf die Basiskompetenzen und eine begleitende Beobachtung der vorhandenen Lernkompetenzen erhöht die Chance, die Kinder von Anfang an ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen entsprechend zu fördern und zu fordern. Die Dokumentation in Lernbegleitbögen ist Grundlage für die frühzeitige Erstellung individueller Förderpläne und ermöglicht Transparenz gegenüber Eltern und den Lehrkräften, die in der kommenden 1. Klasse unterrichten.

Hier finden die von uns entwickelten Lernbegleitbögen zu den Basiskompetenzen bereits Anwendung.

 

Diagnostik und Förderung in der Jahrgängen 1 bis 4

 

Vor den Herbstferien erfolgen Tests zur individuellen Lernstandsermittlung. Neben der Förderung innerhalb des klassenbezogenen Unterrichts erhalten alle Kinder ab der den Herbstferien folgenden Woche individuellen Förderunterricht in den Fördergruppen, die ihrem Leistungsstand entsprechen. Die Lerninhalte der Fördergruppen sind – ebenso wie die übrigen Differenzierungsmaßnahmen- in den Unterricht eingebettet. So werden unterrichtliche Maßnahmen der inneren und äußeren Differenzierung miteinander verbunden.

Darüber hinaus dienen sowohl die Mitarbeit im Unterricht, der Umgang mit offenen Unterrichtsformen als auch die Methodenkompetenzen der Kinder der Feststellung des individuellen Förderbedarfs und somit der Aufstellung eines individuellen Förderplans.

 

 

 

Langsam lernende Kinder werden im Klassenverband gefördert durch

 

  •          Stärkung des Selbstvertrauens
  •          Hilfe zur Organisation des Lernens
  •          Übung grundlegender Lerntechniken
  •          Kleinschrittigkeitund Anschaulichkeit
  •          klare Handlungsanweisungen
  •          individuelle Lern- und Wochenpläne
  •     individuelle Aufgabenstellungen

 

Auch die schneller lernenden Kinder werden innerhalb des Unterrichts gefördert durch

 

  •         Anreicherung der Lernangebote: anregende Lernumwelt,
  •     herausfoldernde Aufgabenstellungen,
  •     Aufgaben mit hohem Anspruch
  •         eine intensive Anleitung zum selbstständigen Wissenserwerb:
        Forscheraufträge, Arbeit am PC, in der Lese- und Experimentierecke

 

 

Förderung für Kinder mit Migrationshintergrund

 

Besondere Beachtung und Förderung benötigen die Kinder, in deren Familien nur wenig Deutsch gesprochen wird. Während die Alltagssprache und das Sprachverstehen in der Regel zur Verständigung noch ausreichen, scheitern die Kinder jedoch oft an den schulsprachlichen Herausforderungen. Häufig zeigen sich erhebliche Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens. Ebenso bereiten den Kindern der korrekte Gebrauch der Grammatik und der richtige Gebrauch des deutschen Wortschatzes noch erhebliche Probleme. Seit einigen Jahren kümmern sich einige ehrenamtlich tätige Frauen der Caritas um diese Kinder durch ergänzende, den Regelunterricht unterstützende Fördermaßnahmen. Jedes Kind wird zusätzlich zum Unterricht in Absprache mit den Eltern und Lehrerinnen von „seiner Bezugsperson“ begleitet und unterstützt.

 

Wesentliche Lerninhalte für diese Kinder sind:

 

Klasse 1

 

  •         Arbeit mit der Anlauttabelle
  •         Übungen zur optischen und akustischen Identifizierung von Lauten und Buchstaben 
  •         Sprechen in Silben, Silbenmarkierungen
  •         Reimwörter
  •         Sprechanlässe zu ausgewählten Themen
  •         Vorlesen/Bilderbücher
  •         Lautes Lesen von Sätzen/kurzen Texten

 

Klasse 2

 

  •          Übungen zum Erwerb elementarer Lesefertigkeiten und Leseverständnis
  •          Einfache Sätze aus Satzteilen bilden
  •      Lernwörter üben durch geeignete Übungsformen (Purzelwörter, Reimwörter...)    
  •          Wortschatzarbeit zu ausgewählten Themen (Erzählen)
  •          Strategien zur Silbengliederung bei schwierigen Wörtern
  •          Wörter verlängern
  •          Zu Geschichten erzählen

 

Klasse 3

 

  •          Lesen einer alters-, interessengeleiteten und leistungsgerechten Lektüre
  •          (Fragen zum Inhalt - Verständnisfragen)
  •          Aktuelle Rechtschreib- und Grammatikphänomene
  •          Erzählen zu Bildkarten, entwickeln einer Bildergeschichte (Aufsatzerziehung)
  •          Textgetreues Lesen zur Steigerung der Lesefertigkeit

 

Klasse 4

 

  •          Wiederholung und Vertiefung der erarbeiteten Rechtschreibregeln                      
  •          Textgetreues Lesen zur Steigerung der Lesefertigkeit
  •          Satzbau und Grammatik (insbesondere Übungen zum Dativ und Akkusativ)
  •          Zeitformen: unregelmäßige Vergangenheitsformen (rufen- er rief)

 

Alle Inhalte und Aufgaben dieser Fördermaßnahme werden mit den Klassenlehrerinnen abgesprochen. Diese Förderung kann jedoch nur weitere Grundlagen legen und ersetzt die interne Förderung im Unterricht auf keinen Fall.


 

LRS und Dyskalkulie

 

Fördermaßnahmen für Kinder mit einer LRS-oder Dyskalkulie-Diagnose werden im Rahmen des Unterrichts gefördert durch individuell abgestimmte Hilfen.

Zusätzliche Fördermaßnahmen sind zurzeit aufgrund der unzulänglichen Stellenbesetzung nicht möglich.

Wichtig erscheint uns der regelmäßige Austausch mit den Eltern, um auch Hilfestellungen für die Arbeit zu Hause zu geben.